I  Myken

Wo fange ich am besten an? Wie beschreibt man einen Ort, der uns in nur 2 Wochen total fesselte? War es die Lage? Waren es die Menschen dort? Ich will versuchen, mit Worten, einem Video und Bildern, Myken so zu beschreiben wie ich es erlebt habe.

Die wichtigsten Punkte vorab: Myken ist nicht nur die Insel der großen Dorsche und Seelachse, der viele Rotbarsche und der tollen Heilbutt Plateaus.
Sie ist viel mehr die Insel der tollen Menschen, der Ruhe, der Erholung. Selten habe ich eine so entspannte Umgebung vorgefunden, keine Autos, kein Lärm und alle Inselbewohner waren sehr “locker” und zugänglich, inklusive der Norweger, die dort “nur” Urlaub machten.


Myken

Myken


Fangen wir mit der Anreise aus Deutschland an:

Ok, dass knapp 2100 Kilometer Autofahrt von Hamburg nach Tonnes/Myken nicht schnell erledigt sind, kann jeder verstehen, will ich über diese 36 Stunden “nonstop” Autofahrt reden? NEIN.  Lasst uns über unsere größte Angst reden, die jeder Norweger-Angler teilt, die Angst, die Fähre zu verpassen.
Fähre verpassen bedeutet immer, weniger Zeit auf dem Wasser oder schlimmer -> aufgetaute Fische in der Kühlbox.

Ja, die Anreise mit der Fähre ist für einen Besucher aus Deutschland eher ungewohnt, die Fährverbindungen nahe Myken muss man sich wie ein Busnetz in der Großstadt vorstellen, es gibt halt nicht immer eine direkte Verbindung. Aber wie so alles im Leben, hat man es einmal durchlebt, ist es recht einfach zu verstehen.


Beispiel Myken-Faehre

Beispiel Myken-Faehre


Aber es ist alles halb so wild, wenn man den richtigen Fähranbieter mit den richtigen Zieldaten füttert, ist alles so gut wie erledigt. Welcher Fähranbieter?
Na die hier: https://www.177nordland.no/ – Wenn Ihr mit dem Auto anreist und dieses am Festland stehen lassen wollt, wie wir, dann solltet ihr eines der 2 Ablegepunkte wählen, einmal Tonnes hurtigbåtkai (Lurøy) oder Vågaholmen hurtigbåtkai (Rødøy) von dort geht es dann entweder direkt, oder mit Zwischenstops nach Myken hurtigbåtkai (Rødøy) – Wir hatten uns für Tonnes entschieden, dort konnte man das Auto gut stehen lassen, für 2 Wochen.



Lasst uns über Hafsteinn reden, unserem Vermieter  und “seiner” Insel / Anlage

Hafsteinn Viðar Ásgeirsson ist wohl DER Ansprechpartner auf Myken, Hafsteinn kümmert sich um den Fähranleger und deren Besucher, ist auch irgendwie im einzigen Geschäft auf Myken involviert. Er war zumindest für uns die Lichtgestalt auf dieser schönen Insel. Das aktuelle Haus aus 2017 hat 3 Schlafzimmer 6 Betten und ein Bad sowie eine Wohnküche. Es verfügt über ein Smart TV (mit Apple TV) und einem schnellen WLAN Das Haus ist ausreichend für 4-5 Personen. Ihr könnt dort auch die große Terrasse nutzen, zum grillen, ein Weber Gasgrill ist vorhanden, natürlich mit einer vollen Gasflasche.

Hafsteinn ist gerade dabei ein zusätzliches neues Angelcamp zu bauen, welches noch mehr auf den Angler  zugeschnitten ist. Mit allem was der Norwegen Angler benötigt, Schlachhaus, eigenem Bootssteg usw. Die neuen Apartments werden flexibler sein, dort wird es möglich sein, bei Bedarf ein Apartment zu erweitern, wenn nötig. Die Unterkunft wird rechtzeitig zur Saison 2018 fertig sein und noch sind Plätze frei, wartet lieber nicht zu lange mit dem buchen, Myken wird ganz sicher nicht lange ein Geheimtipp bleiben.

Die Kontaktdaten von Hafsteinn erhaltet ihr über uns, meldet euch einfach in unserer Facebook Gruppe, dort geben wir euch alle Informationen kostenlos weiter. Dort können wir euch auch sagen, was wir bezahlt haben, ihr werdet euch wundern. 

Es werden wohl 2-4 Wohneinheiten für Urlauber/Angler geben, selbst wenn alles ausgebucht ist, ist es noch lange nicht voll auf Myken, keine Sorge. Das neue Camp wird die ohnehin schon kurzen Wege zum Boot noch einmal drastisch kürzen, wobei ich in diesem Urlaub gerade den 5 Minuten Fussweg durchaus genossen habe, so lernte ich in 2 Tagen die gesamten Einwohner auf Myken kennen.

Die neue Anlage ab 2018

Eine aktuelle Luftaufnahme aus 2017, die neuen Einrichtungen/Bootssteg habe ich markiert. Wie man sehen kann, sind es alles kurze Wege. Genau wie die Wege an Land kurz sind, so sind die Wege im Wasser auch sehr kurz, man fährt 300-400 Meter – lässt den Pilker herab und fängt ohne Mühe Fische um die 12-20 Kilo.
So etwas, habe ich bisher noch nicht erlebt, zumindest nicht nach maximal 400 Meter Bootsfahrt. Aber nun gut, ich kenne ja auch nicht alle Ecken in Norwegen.


Myken-Anlage


Die Boote der Anlage

Die Boote der Anlage sind etwas größer, als “normal”. Hier finden locker 4 Personen Platz. Viel Benzin haben wir auch nicht verbraucht, die 50 PS Motoren sind nicht durstig und wie gesagt, die Wege zum Fisch sind auch nicht lang. In zwei Wochen haben wir “nur” 4 Benzin Kanister a 20 Liter verbraucht, das ist nicht viel. Die Boote sind mit einem Windschild und einem großen Kartenplotter ausgestattet. Damit könnt ihr ganz leicht die Fisch-Schwärme finden, die Ihr benötigt, um die großen Jäger zu finden. Diese Ojen Boote sind mehr als Seetauglich. Ganz genau sind es die Øien 620F Boote.

Angeln auf Myken

Ein Blick auf die Karte lässt erahnen was euch erwartet, Große Fische! Dieses Revier ist mit allen Möglichkeiten ausgestattet, ihr findet nicht einen Untergrund den es dort nicht gibt, und das alles so Insel nah. Ein Traum, selten findet man diese extremen Tiefen und Plateau’s nebeneinander und das wie bereits erwähnt so dicht von der Anlage. Es gibt klare Spots an denen sehr große Seelachse zu finden waren und Plateau’s die große Dorsche und Heilbutts bieten.


Usere Seekarte für euch, erstellt von Jörg Hackbarth

Unsere Seekarte für euch, mit allen Hot Spots aus 2017.


Gleich in der nächsten Minute, driftet man über ein Rotbarsch vorkommen. “Einfach mal runter lassen”  Es ist wirklich schwer zu beschreiben, bereits nach ein paar Tagen hatten wir unser Filet Limit erreicht. Die restliche Zeit, gingen wir nur noch auf Heilbutt. Alles was wir danach fingen wurde zurück gesetzt, wir hätten es einfach nicht transportieren können. Man kann es kaum glauben, aber diese Insel ist voll mit gutem Fisch.

Filetieren und einfrieren

Direkt vor der Hütte, konnten wir das Boot festmachen und die Fische versorgen, für 2018 ist dann ein großer neuer Filetierraum fertig. Wir hatten die ganzen Tage nur Sonne, da macht es natürlich Spaß direkt am Wasser die Fische zu versorgen, mit Blick auf das Wasser. Aber ein Filetierraum ist auf jeden Fall notwendig, gerade wenn es windig und kalt wird. Im Haus findet ihr im Eingangsbereich eine große Gefriertruhe.

Wir fingen Dorsche um die 15 Kilo, Seelachs mit 12-15 Kilo, sehr viele Rotbarsche um die 3-4 Kilo und Seehechte, Leng, Jörg Hackbarth fing ein paar Heilbutt’s, einen mit 25 Kilo. Ich glaube, der Jörg fängt überall seinen Heilbutt.

Wir haben hier eine Seekarte für euch aufbereitet mit der Hilfe von Jörg Hackbarth, Jörg kennt nicht nur die besten Hot Spots in Norwegen, er baut auch noch seine Ruten selber. Von Jörg haben wir auch die Hot Spots für Myken erhalten und erfolgreich getestet.


Rotbarsch bei 200 Meter

Rotbarsch bei 200 Meter

Großdorsch auf dem Plateau

Großdorsch auf dem Plateau



Einkaufen auf Myken

Das einkaufen auf Myken ist grundsätzlich möglich, jeden Tag von 14-16:00 Uhr und am Samstag um 11:00-14:00 Uhr, Sonntags ist normalerweise geschlossen.
Falls etwas an einem Sonntag benötigt wird, einfach den Hafsteinn fragen, er hilft! Im Laden gibt es alles was ihr benötigt, selbst Bier, natürlich ist es etwas teurer, als auf dem Festland. Eine Auswahl der Angebote kann man gut auf den Bildern erkennen. Man trifft sämtliche Bewohner zu den Öffnungszeiten, wer glaubt das die Insulaner unter sich bleiben wollen, der bekommt erst einmal ein freundliches Hallo am Eingang des Ladens. Keine Chance auf schnell “durch”. Ist das nicht wunderbar? Bezahlen kann man natürlich in Bar, aber auch mit eurer Bankkarte, wenn diese “Maestro” bietet.



Aber Myken hat noch mehr zu bieten, neben dem nagelneuen Angelcamp von Hafsteinn Viðar Ásgeirsson (Facebook) und der tollen Destillerie auf Myken https://mykendestilleri.no/ gibt es einen atemberaubenden Ausblick, für alle Menschen die gerne fotografieren.  Die Destillerie kann besucht werden, einfach mal an die Tür klopfen und fragen, soweit ich weiß kann man auch eine Führung buchen. Mit anschließendem Essen und Getränk.



Myken, wir sehen uns wieder!